25 Jahre wobe-systems

Urkunde 25 Jahre wobe-systems GmbH

25 Jahre wobe-systems: Wie eine Schnapsidee die Industrie smarter machte

Es begann mit einer einfachen Frage auf einer Geburtstagsparty: „Wollen wir nicht eine Firma gründen?“ – und einem klaren Ziel: Software entwickeln, die nicht nur funktioniert, sondern die Menschen wirklich weiterbringt. Was 1991 als spontane Idee zwischen Maik Wojcieszak und Wolfgang Bär in einer Kieler WG startete, ist heute ein international agierendes Softwarehaus, das mit Leidenschaft und Know-how die Industrie revolutioniert.

Doch wobe-systems war von Anfang an mehr als nur ein Startup. Die beiden Gründer hatten genug von unflexiblen Standardlösungen, die in der Praxis oft an ihren Grenzen stießen. „Wir wollten bessere Software schaffen – besser bedienbar, besser betreibbar, einfach besser für die Anwender:innen“, erinnert sich Maik Wojcieszak, CTO und einer der Köpfe hinter dem Unternehmen. Was als kleines Büro in einer WG mit einem selbst betriebenen Server begann, entwickelte sich zu einem globalen Player, der heute Lösungen liefert, die Prozesse optimieren, Ressourcen schonen und Teams entlasten.

Das einstige Start-Up ist heute ein Ort, dem Menschen wie Björn seit über zwei Jahrzehnten treu blieben – weil es einfach passt.

„Es ist nicht Faulheit [dass er so lange bei wobe-systems ist], sondern die Vielfalt der Projekte und die Freiheit, sich mit dem Unternehmen weiterzuentwickeln“, sagt Björn. „Und die Internationalität: Unsere Software läuft von New York über China bis Australien, und wir durften die Menschen dahinter kennenlernen.“

Warum? Weil wobe von Anfang an anders dachte: Kundennah, lösungsorientiert und mit dem Mut, etablierte Wege zu hinterfragen. Ob in der Zeitungsindustrie, wo das Team digitale Workflows einführte, die bis heute einzigartig sind, oder in der fertigenden Industrie, wo es mit „Industrial DevOps“ neue Maßstäbe für Software-Updates setzte – wobe beweist seit 25 Jahren: Gute Software entsteht dort, wo Technologie auf echte Bedürfnisse trifft.

Heute, ein Vierteljahrhundert später, steht wobe für Flexibilität, Transparenz und Partnerschaft – und für die Überzeugung, dass die Industrie der Zukunft schneller, agiler und softwaregetriebener sein muss. Wie das gelingt? Indem man nicht nur Code schreibt, sondern Lösungen schafft, die Menschen, Maschinen  und Ideen verbinden.

Die Anfänge: Von der WG zum internationalen Softwarehaus

Die ersten Jahre von wobe-systems hatten Garagenflair – im besten Sinne. Das Büro? Eine WG in Kiel. Der Server? Stand im Wohnzimmer. Die Herausforderungen? Klassisch: „Man geht von Rechnung zu Rechnung und ist froh, wenn die Kunden rechtzeitig zahlen“, erinnert sich Maik Wojcieszak. Doch genau diese Nähe zum Kunden prägte von Anfang an die DNA des Unternehmens. Statt fertige Produkte zu verkaufen, entwickelte das Team individuelle Lösungen, die dort ansetzten, wo Standardsoftware versagte.

Der erste große Wendepunkt kam mit der Zeitungsindustrie. Als die New-Economy-Blase platzte, spezialisierte sich wobe auf Workflow-Systeme für Medienhäuser – und traf damit einen Nerv. Plötzlich steuerte das Team Projekte nicht nur in Deutschland, sondern für die Times of India, australische Verlagsgruppen oder staatliche Zeitungen in Dubai, immer mit den Zielen: Prozesse vereinfachen, Ressourcen sparen, Qualität steigern.

„Die Reise nach Indien war etwas Besonderes“, erinnert sich Oliver, der seit 20 Jahren bei wobe beschäftigt ist. „Nach der Installation wurde traditionell eine Kokosnuss geteilt, um den Erfolg zu feiern – das zeigt, wie sehr unsere Lösungen vor Ort ankommen. Ob in riesigen Druckereien mit 40 Türmen oder kleinen Betrieben: Die Vielfalt der Menschen und Aufgaben macht es aus.“

Ein besonderer Stolz: die Ablösung von Inkjet-Druckern durch digitale Monitore zur Qualitätssicherung, die nicht nur große Mengen an Papier und Tinte sparten, sondern auch die Arbeit in Druckereien revolutionierten. „Es war ein Meilenstein, als wir die ersten Druckereien eines großen deutschen Medienkonzerns komplett digitalisiert haben“, so Maik. „Plötzlich entstanden die Zeitungsseiten direkt am Monitor – ohne Transport, ohne Wartezeit, ohne Fehler.“

Doch wobe-systems blieb nicht stehen. Als die Zeitungsbranche schrumpfte, nutzte das Team sein Know-how, um neue Industrien zu gewinnen. Die Erkenntnis: „Wir sind kein Zeitungshaus. Wir sind ein Softwarehaus für Workflows im industriellen, produzierenden Umfeld.“ – und die Expertise für Automatisierung und Benutzerfreundlichkeit ließ sich überall einsetzen.

Meilensteine: Projekte, die Geschichte schrieben

Bei wobe-systems gab es nie Stillstand – sondern Mut zur Veränderung. Nachfolgend finden sich einige der Momente, die das Unternehmen prägten:

1. Von der Nische zum Global Player

Nach dem Erfolg in der Zeitungsbranche stand fest: Die Expertise für Automatisierung und benutzerfreundliche Software war universell einsetzbar. Ab 2015/16 trat wobe aktiv an die fertigende Industrie heran – mit Lösungen, die Maschinensteuerung, HMI-Entwicklung (Human Machine Interfaces) und nahtlose Updates vereinten. „Plötzlich konnten wir Kunden zeigen: Eure Produktion muss nicht mehr jahrelang auf Software-Anpassungen warten. Changes gehen ab sofort – ohne Stillstand“, erklärt Maik Wojcieszak.

2. Industrial DevOps: Die Update-Revolution

Gemeinsam mit der Universität Kiel entwickelte wobe das Konzept „Industrial DevOps“ – eine Antwort auf das Dilemma vieler Industrieunternehmen: „Software-Updates waren bisher ein Albtraum – teuer, riskant, zeitaufwendig“. Das Forschungsprojekt bewies: Sichere, kontinuierliche Updates sind möglich – und heute ein zentraler Baustein der wobe-Beratung. „Unsere Kunden sollen Entscheidungen treffen und wissen: Morgen ist die Änderung live, ohne dass die Produktion leidet.“

3. HMI 2.0: Maschinen lernen dazu

Ein konkretes Beispiel für die wobe-Innovation: Human Machine Interfaces, die sich via Internet aktualisieren lassen. Kein Techniker vor Ort, keine langen Wartezeiten – stattdessen neue Funktionen „über Nacht“, als wäre die Maschine gerade erst gekauft worden. „Das ist kein Hexenwerk, sondern cleveres Software-Design“, betont Maik. „Und genau das braucht die Industrie der Zukunft.“

„Bei einem großen Maschinenhersteller haben wir aus einem undurchsichtigen Data Lake eine Web-Oberfläche entwickelt – plötzlich konnten die Mitarbeitenden selbstständig Analysen durchführen und nutzen“, erzählt Timo. „Das ist echter Mehrwert: Daten werden zu Entscheidungsgrundlagen.“

4. Einzigartige Kontinuität: Wenn andere aufgeben, bleibt wobe

Während die meisten Anbieter aus dem Zeitungsmarkt verschwanden, blieb wobe – und ist heute einer der letzten globalen Player in diesem Segment. Doch das Team setzte noch einen drauf: Statt sich nur auf Print zu konzentrieren, entwickelte es neue Produkte für dieselben Kunden – von Automatisierungslösungen bis zu digitalen Services. „Wir haben unsere Stammkunden nie im Stich gelassen“, sagt Maik. „Aber wir zeigen ihnen auch, wie sie mit unserer Software neue Wege gehen können – egal, ob in der Produktion, Logistik oder IT.“ Ein Beweis dafür, dass Treue und Innovation Hand in Hand gehen. Und gleichzeitig erschließen sie sich neue Kunden in anderen Industriebereichen.

Philosophie & Arbeitsweise: Warum wobe anders tickt

1. „Follow your work downstream“ – Software, die wirklich passt

Bei wobe entwickeln nicht nur Expert:innen im stillen Kämmerlein – sie erleben hautnah, wie ihre Lösungen eingesetzt werden„Unsere Entwickler:innen sind regelmäßig bei Kunden vor Ort“, erklärt Maik. „Sie sehen, wie Anwender:innen mit der Software arbeiten, wo es hakt – und bringen diese Erkenntnisse direkt in neue Features ein.“ Das Ergebnis? Lösungen, die nicht nur funktionieren, sondern auch begeistern.

2. Agil, aber nicht dogmatisch

Scrum, Kanban, Daily Stand-ups – wobe lebt agile Prinzipien. „Aber wir passen Methoden an, statt uns ihnen zu unterwerfen“, so Maik. Flexibilität und Pragmatismus stehen im Vordergrund. „Am Ende zählt: Was bringt dem Kunden den größten Nutzen?“

3. Transparenz als Standard

  • Offener Quellcode: Kunden können den Code einsehen, prüfen und anpassen.
  • Ehrliche Beratung: „Wir sagen auch mal: ‚Das braucht ihr nicht‘ – wenn es wirklich so ist.“
  • Wissen teilen: Im gesamten Team – denn„eine Einzelperson ist nie so stark wie das ganze Team“.

4. Vertrauen statt Kontrolle

Schon vor Corona setzte wobe auf Remote-Arbeit und Eigenverantwortung„Als ein Mitarbeiter aus familiären Gründen in den Harz zog, war unsere Antwort: ‚Kein Problem, mach’s remote.‘ Heute profitiert das ganze Team von dieser Kultur – und die Kunden gleich mit.

5. Immer am Puls der Technik – Lernen als Mindset

Bei wobe steht Stillstand nicht auf der Agenda. Weiterbildung und Experimentierfreude sind fester Bestandteil der Kultur – ob durch Bücher, Kurse, Konferenzen oder eigene Projekte. „Jeder im Team bringt sich ein, um den aktuellen Stand der Technik für unsere Kunden nutzbar zu machen“, sagt Maik. „Denn nur wer dazulernt, kann auch wirklich innovative Lösungen liefern.“

„Hier lerne ich jeden Tag – nicht, weil ich muss, sondern weil ich darf“, sagt Ali, der für ein neues Projekt die Programmiersprache Go von Grund auf lernte. „Bei uns übernimmt jeder Verantwortung, und das macht Spaß.“

„Das Beste? Probleme suchen, finden, lösen – und dann sehen, wie es beim Kunden funktioniert“, schwärmt Olav. „Ob in Deutschland oder Südkorea, ob remote oder vor Ort: Am Ende zählt das Ergebnis.“

Open Source & Partnerschaften: Gemeinsam mehr erreichen

Bei wobe spielen Open-Source-Technologien seit jeher eine zentrale Rolle. „Für uns als kleines Team waren Closed-Source-Lösungen oft schlicht nicht erschwinglich“, erklärt Maik. „Open Source gab uns die Freiheit, hochwertige Werkzeuge zu nutzen – und gleichzeitig unabhängig zu bleiben.“ Diese Philosophie prägt das Unternehmen bis heute: Transparenz, Flexibilität und langfristige Kontrolle für Kunden.
Doch wobe setzt nicht nur auf eigene Expertise, sondern auf ein starkes Partnernetzwerk. „Wir konzentrieren uns auf klassisches Software-Engineering – und arbeiten mit Spezialisten zusammen, wenn es um Embedded Programming oder SPS-Programmierung geht“, so Maik. „So können wir unseren Kunden immer die beste Lösung bieten – ohne uns zu verzetteln.“ Aber auch regionale Netzwerke wie zum Beispiel der DiWiSH, das Netzwerk der Digitalen Wirtschaft Schleswig-Holstein, sind wichtig für den Austausch. Maik engagiert sich hier sogar als Fachgruppenleiter im Bereich Lean/Agile.

Stolze Momente ‒ Wenn Software lebendig wird

Maik erinnert sich noch genau an einen großen „Stolz-Moment“: „Wir standen in einer Druckerei, als unsere neue Workflow-Steuerung zum ersten Mal die Maschinen synchronisierte – einfach klick und alles lief. Plötzlich war da diese Stille, weil alle staunten: Das geht ja wirklich!“
Solche Erlebnisse, wenn eigener Code die physische Welt bewegt und verändert, sind es, die ihn bis heute antreiben. „Es ist dieses Gefühl: Wir haben nicht nur Zeilen geschrieben, sondern etwas geschaffen, das Menschen die Arbeit erleichtert. Das ist der beste Lohn.“

„Warum wir bleiben!“

Björn: „Die New York Daily News druckte viereinhalb Millionen Exemplare pro Nacht – und wir waren Teil davon. Das ist mehr als nur Code. Das ist ein echtes Erlebnis, das mich stolz gemacht hat.“

Oliver: „20 Jahre hier? Weil es nie langweilig wird – und weil wir uns gegenseitig helfen, wenn’s drauf ankommt.“

Ali: „Ich lerne, einfach weil ein Projekt das braucht. Ich sehe von Backend bis zum Frontend alles. So etwas gibt es nicht überall.“

Rat an Gründer:innen: Brennt für eure Idee!

Maiks Appell an alle, die gerade starten: „Macht es nur, wenn ihr wirklich dahintersteht. Als Selbstständige arbeitet ihr mehr, riskiert mehr – aber wenn ihr für eure Vision brennt, lohnt es sich. Und ja, manchmal muss man auch Buchhaltung machen.

Die Industrie der Zukunft: Smarter, vernetzter, menschlicher

Die Welt wird komplexer – aber die Lösungen müssen einfacher werden. „Die Industrie steht vor einem Paradigmenwechsel“, blickt Maik voraus. „Es geht nicht mehr darum, ob Software eingesetzt wird, sondern wie sie uns hilft, klüger zu arbeiten. Die Vision von wobe: Eine Industrie, in der Technologie nicht nur Prozesse beschleunigt, sondern Menschen entlastet, Ressourcen schont und Raum für Kreativität schafft.

Software als Enabler – nicht als Hindernis

Statt monatelanger Update-Zyklen und teurer Sonderlösungen braucht es Systeme, die mitdenken, mitlernen und sich anpassen – wie ein guter Kollege. „Stell dir vor, eure Produktion passt sich automatisch an neue Anforderungen an, ohne dass ihr jedes Mal von vorne beginnen müsst“, beschreibt Maik. „Das ist keine Utopie, sondern der Standard, an dem wir arbeiten.“

Die Rolle von wobe: Brückenbauer zwischen Menschen und Maschinen

Mit Industrial DevOps, KI-gestützten HMIs und offener Technologie schafft wobe die Grundlage für eine Industrie, die flexibel bleibt, ohne die Stabilität zu verlieren„Wir wollen, dass unsere Kunden sagen können: Endlich kann ich mich auf das konzentrieren, was wirklich zählt – meine Produkte, meine Teams, meine Ideen.“

Zukunft gestalten – gemeinsam

Die Reise ist noch lange nicht zu Ende. „Die nächsten 25 Jahre werden zeigen, dass wir weiter kommen, wenn wir Technologie nicht als Selbstzweck, sondern als Werkzeug für echten Fortschritt begreifen“, so Maik. „Und wir laden alle ein, diese Zukunft mit uns zu gestalten.“

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